Land & Leute

Geografie 
LageGran Canaria liegt im Atlantischen Ozean, ungefähr 200 km westlich von Afrika entfernt, auf Höhe des südlichen Marokko. Die Fläche der Insel beträgt 1560 km² und der Durchmesser 50 km², die Küste hat eine Länge von circa 240 km, davon sind etwa 30 km Strand. Gran Canaria ist nach Teneriffa und Fuerteventura die drittgrößte der Kanarischen Inseln und bildet zusammen mit La Palma, La Gomera, El Hierro und Teneriffa eine Autonome Gemeinschaft. Obwohl die Kanarischen Inseln geographisch zu Afrika gehören, sind sie politisch Teil Spaniens und somit in der EU. Hauptstadt Gran Canarias ist Las Palmas de Gran Canaria.
KlimaGran Canaria teilt sich in einer Diagonale von Nord-West nach Ost in zwei Klimazonen auf. Der Norden unterliegt den klimatischen Bedingungen der Passatwinde. Diese bringen Wolkenbänke, die sich an der Nordseite der Berge stauen. Aus diesem Grund gibt es hier viel Niederschlag und Nebel. Das Wetter des Südens hingegen wird von den trockenen Winden der Sahara beeinflusst. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt zwischen 17°C und 23°C.
Flora & FaunaAufgrund seines außerordentlichen Landschaftsreichtums gehört Gran Canaria seit 2005 zu den von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservaten, ein Gütesiegel für intakte Naturräume. Entsprechend der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ist der Norden üppig-grün und der Süden trocken und karg. Im Norden dominieren hauptsächlich Kiefern- und Lorbeerwälder, während im Süden eine Halbwüstenvegetation vorzufinden ist. Sehr verbreitet ist hier die Kanaren-Wolfsmilch, die ihre Bekanntheit durch ihr kakteenähnliches Aussehen erlangt hat. Der Kanarische Archipel ist für seine bunten Vogelarten berühmt. Von hier stammt der in deutschen Wohnzimmern oft gesehene Kanarienvogel. Auch Rieseneidechsen, Wale und Delfine sind Bestandteil des Artenreichtums in und um Gran Canaria. Bis auf den Wanderigel und einige Fledermausarten konnte Gran Canaria, wegen seiner Insellage im Atlantik, nur von wenigen Säugetieren besiedelt werden. Der Mensch führte später Mufflons und Kaninchen ein. Auch verwilderte Hauskatzen sind hier zu finden.
GebirgeGran Canaria ist vulkanischen Ursprungs. Das Gebirgsmassiv in der Inselmitte bildete sich vor etwa 14 Millionen Jahren. Unzählige Schluchten senken sich von hier aus strahlenförmig zu den Küsten herab. Der höchste Berg ist mit fast 2000 m Höhe der Pico de las Nieves, der 'Schneegipfel'.
Menschen 
BevölkerungAuf Gran Canaria leben derzeit ungefähr 830.000 Einwohner, hauptsächlich spanischen Ursprungs. Die Zahl der Ureinwohner, der Guanchen, ist nach der spanischen Eroberung der Kanarischen Inseln drastisch zurückgegangen. Allerdings hat heute eine große Anzahl der Einheimischen guanchische Vorfahren.
GemeindenDie drei größten Städte Gran Canarias sind: Las Palmas de Gran Canaria (ca. 380.000 Einwohner), Telde (ca. 80.000 Einwohner) und Arucas (ca. 30.000 Einwohner).
MigrationIn den letzten Jahren hat es auf den Kanarischen Inseln ein starkes Bevölkerungswachstum gegeben, das hauptsächlich auf Einwanderungen, vor allem aus der Europäischen Union und den Ländern Lateinamerikas, zurückzuführen ist.
SprachenAmtssprache auf Gran Canaria ist Spanisch, wobei der kanarische Dialekt mit dem kubanischen oder puerto-ricanischen vergleichbar ist. Da ein Großteil der ersten Siedler in Lateinamerika von den Kanarischen Inseln stammte, hatte der kanarische Dialekt großen Einfluss auf das in Lateinamerika gesprochene Spanisch. Zudem sind auch einzelne Wörter des Guanche in das Spanisch Gran Canarias mit eingeflossen. Guanche ist die Sprache der Ureinwohner der Kanarischen Insel, der Guanchen.
ReligionDie Bevölkerung Gran Canarias ist überwiegend römisch-katholisch.
Regierung 
Offizieller NameGran Canaria
StatusDie autonome Gemeinschaft der Kanarischen Inseln hat eine eigene Regierung mit eigenem Parlament. Es gibt zwei Provinzen, eine Ost- und eine Westprovinz. Die Hauptstadt der Ostprovinz, zu der neben Gran Canaria auch Fuerteventura und Lanzarote gehören, ist Las Palmas de Gran Canaria. Das Regierungszentrum der westlichen Inseln, Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro, liegt in Santa Cruz de Tenerife. Zwar befindet sich der Sitz des kanarischen Parlaments in Santa Cruz, der des Präsidenten wechselt jedoch alle vier Jahre zwischen Teneriffa und Gran Canaria hin und her. Außerdem verfügt jede Insel über eine eigene lokale Verwaltungsbehörde (Cabildos Insulares). Sie bilden zusammen eine Koalition, die Mancomunidad de Cabildos genannt wird. Die Gemeinden (municipios) der einzelnen Inseln bilden die untere Verwaltungsebene. Gran Canaria ist in 21 Gemeinden aufgeteilt.
Politische InstitutionenDas Parlament Spaniens sowie aller autonomen Gemeinschaften befindet sich in Madrid, Spanien. Es setzt sich aus zwei Kammern zusammen, dem Abgeordnetenhaus und dem Senat. Von hier aus wird die gesetzgebende Gewalt ausgeübt, der Staatshaushalt bewilligt, die Tätigkeit der Regierung kontrolliert sowie alle weiteren Aufgaben erfüllt, die die Verfassung vorgibt. Die Kanarischen Inseln sind im Abgeordnetenhaus derzeit mit 15 Abgeordneten vertreten. Diese wurden in den beiden Wahlkreisen Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas direkt gewählt. Im Senat sind die Kanarischen Inseln insgesamt mit 11 Senatoren vertreten, wovon Gran Canaria drei stellt.
StaatsoberhauptDas Staatsoberhaupt der Kanarischen Inseln ist seit 2007 Paulino Rivero Baute der Partei Coalición Canaria.
RegierungschefDer Präsident der Verwaltungsbehörde (Cabildo Insular) Gran Canarias ist José Muiguel Pérez.
HymneDa die Autonome Gemeinschaft der Kanarischen Inseln zu Spanien gehört ist die Nationalhymne des Archipels die spanische, nämlich „La Marcha Real“, zu Deutsch, Königlicher Marsch. Sie ist eine der ältesten in Europa und hat keinen Text.
Wirtschaft 
WirtschaftszweigeDer Hauptwirtschaftszweig auf Gran Canaria ist der Dienstleistungssektor, inklusive Tourismus. Daneben spielen auch das Baugewerbe, Industrie und Handel, Energie sowie Landwirtschaft, Viehwirtschaft und Fischerei eine große Rolle.
TourismusGran Canaria wird jährlich von rund 2,8 Millionen Menschen besucht. Die touristischen Zentren, Maspalomas, Playa del Inglés und San Agustín, liegen im Süden der Insel und generieren einen jährlichen Umsatz von etwa 2,5 Milliarden Euro. Hauptsächlich wird Gran Canaria von Mittel- und Nordeuropäern besucht, die hier ihren Winter verbringen. Doch auch in den Sommermonaten herrscht ein mildes Klima auf der Insel vor. Aufgrund der immer gleich bleibenden Tagestemperaturen zwischen 18°C und 26°C wird Gran Canaria auch die Insel des ewigen Frühlings genannt. Die Orte Playa del Inglés und Maspalomas sind beliebte Reiseziele der homosexuellen Szene.
Pro-Kopf-EinkommenDas durchschnittliche Einkommen auf den Kanarischen Inseln gehört mit etwa 1.300 € pro Monat zu den niedrigsten im Großraum Spanien.