Ingenio

File 179Ingenio liegt im östlichen Teil Gran Canarias, etwas weiter im Landesinneren. Der malerische Ort ist von einer sehr interessanten Landschaft umgeben, denn das Gelände ist sehr hügelig und Ingenio selbst liegt an einem steilen Abhang. Ingenio ist eine kleine, kanarische Ortschaft, die ihren Flair durch ihre vielen verwinkelten Gässchen erhält. Verlaufen kann man sich hier aber trotzdem nicht, da die hohen Kirchtürme zur Not immer als verlässlicher Wegweiser fungieren.
Die Stadtkirche ist ein wahrer Blickfang und in jedem Fall einen Besuch Wert. Die schneeweiße Iglesia de la Candelaria wurde im frühen 20. Jahrhundert erbaut und besticht durch ihre schlichte Architektur. Ihre auffallenden Türme überragen die Stadt und spenden auf dem malerischen, mit roten Steinen gepflasterten Kirchplatz etwas Schatten.
Vor langer Zeit galt Ingenio als bedeutendes Zentrum für den Anbau von Zuckerrohr. Schon bald nach der Eroberung der Kanarischen Inseln durch die Spanier begann man hier mit der Kultivierung von Zuckerrohrpflanzen. Das weiße Gold, wie man den Zucker damals auch nannte, versprach den Menschen Wohlstand und eine gesicherte Zukunft und die Kanarischen Inseln erhielten durch ihre große Exportwirtschaft sogar den Beinamen "Die Zuckerinseln". Auch der Name Ingenio zeugt von der agrarwirtschaftlichen Vergangenheit, denn das ist das spanische Wort für Zuckerfabrik. Jedoch war die Konkurrenz aus der Karibik zu groß, als dass man dieser ernsthaft und auf Dauer die Stirn hätte bieten können und somit sah man sich gezwungen, sich anderen Exportgütern zu widmen. Dennoch sind in Ingenio auch heute noch Spuren zu finden, die an diese lukrative Zeit in der Stadtgeschichte erinnern.
Wer sich für Kultur interessiert, ist mit dem in den 1960er Jahren gegründeten Kunsthandwerkmuseum Museu de Artesanía y Piedras gut beraten. Hier werden alte Haushalts- und Landwirtschaftsgeräte sowie Kanarisches Kunsthandwerk ausgestellt und man kann sogar bei der Herstellung verschiedener Kunstgegenstände zusehen.